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Gedanken der Regie

Der Weg nach Siebenbürgen

Schon lange schwebte mir vor, ein Stück in Siebenbürgen spielen zu lassen, da mich die schaurig-schönen Geschichten rund um Graf Dracula seit jeher faszinieren. Viele wünschten sich ein Märchen, und so kam es, dass ich mich mit Marina Theus zusammentat, um gemeinsam ein eigenes Stück zu verfassen. Angelehnt an das bekannte Aschenputtel aus der Sammlung der Gebrüder Grimm entstand eine komplexe Handlung, die den Hauptstrang der Märchenerzählung erkennen lässt, gleichzeitig aber auch der geheimnisvollen Atmosphäre gerecht wird, die man in jenem entfernten Trans­sylvanien vermuten würde.

Unser Stück spielt im Mittelalter und bleibt doch aktuell, weil es von gesellschaftlichen Strukturen und Werten und von psychologischen Mustern handelt, die zeitlos über alle Jahrhunderte hinweg gültig bleiben. Die Figur vom Äschetoni steckt in jedem von uns. Dass da ein tugendhaftes Mädchen – von der Stiefmutter und den beiden Schwestern erniedrigt – gar nicht so unschuldig ist, wie man meinen könnte, mag überraschen. Die Kernbotschaft der Geschichte ist einfach und klar: Du bist etwas wert, du musst nur Vertrauen in dich selbst haben und die Selbstzweifel überwinden. Wenn dabei auch noch die Liebe mit ins Spiel kommt, wird daraus eine märchenhafte Aufforderung, an sich selbst zu glauben und Gefühle offen zu zeigen.

Nach rund 10 Monaten Schreibarbeit ist ein Stück mit 25 Rollen entstanden. Es hat viel Spass gemacht, die Inszenierung umzusetzen, trotz aller Unsicherheiten und Verschiebungen aufgrund der Pandemie. Kostüme, Bühnenbild, Ausstattung, Requisiten, Musik, Technik – für all diese Bereiche durfte ich mit tatkräftiger und kreativer Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen rechnen und das Resultat macht mich sehr stolz! Denn wir alle waren dabei ein wenig wie Äschetoni und mussten Selbstzweifel und Skepsis überwinden sowie fest an uns glauben.

Benedikt Troxler
Regie und Projektleitung

 

 

Regiearbeit (Auszug):

Autor und Regie:
Niflheim 1990 | Minnegluot 2001

Co-Autor und Regie:
Das Mädchen mit dem Fuchsgesicht 1993
Helena 1995 | Äschetoni 2022

Regie:
Hamlet 1997 | Arsén ónd Schpézzehüübli 2012 | Floh ém Ohr 2014